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Balthasar Berg (Dieter Pfaff) findet während seines Spaziergangs die tote Frau Fenlo (Kerstin de Ahna). © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Boris Laewen
Balthasar Berg (Dieter Pfaff, l.) und die verdächtige Marie van Sant  (Saskia Vester, r.), die in der Schokoladenmanufaktur arbeitet, teilen die Schokladen-Leidenschaft und nähern sich einander. © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Boris Laewen
Der überforderte Kommissar Doberan  (Jan Georg Schütte, l.) informiert Agent Renner (Fritz Karl, m.) und Krimiautor Berg (Dieter Pfaff, r.) darüber, dass er den Fall scheinbar geklärt habe… © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Boris Laewen
Bavaria Fernsehproduktion

Dieter Pfaff über seine Titelrolle „Balthasar Berg“: „Einer, der sich wie ein Terrier festbeißt“

[09.10.2012]

Am Donnerstag, den 1. November um 20.15 Uhr stellt sich im ZDF ein neuer Titelheld vor: „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“ heißt die Kriminalkomödie, in der Publikumsliebling Dieter Pfaff den gleichnamigen Ex-Kommissar und Bestsellerautoren spielt. Eine Figur, die ihm von Drehbuchautor Jürgen Werner auf den Leib geschrieben und von Lars Jessen in Szene gesetzt wurde. Bavaria Fernsehproduktion (Produzent: Jürgen Kriwitz) realisierte den 90-Minüter für das ZDF (Redaktion: Daniel Blum).

Kurz-Inhalt: Der erfolgreiche Schriftsteller Berg hat eine Schreibblockade und soll sich – im Auftrag seines Agenten Oliver Renner (Fritz Karl) – auf Sylt neue Inspiration holen. Ausgerechnet im Bauernhaus von Renners Ex-Schwiegermutter Hermine (Petra Kelling), die ihren Privatgast nicht leiden kann. Als Berg am Strand eine Leiche findet, gerät erst er unter Mordverdacht, dann auch Marie van Sant (Saskia Vester), die sympathische Angestellte der toten Schokoladen-Unternehmerin. Prompt erwacht Bergs früherer Ermittlerinstinkt: Der Ex-Kommissar fängt an, den möglichen Tathergang zu skizzieren und lässt nicht locker...

Und das, sagt Dieter Pfaff im Interview, zeichnet seine Figur auch aus. 

Herr Pfaff, was für ein Typ Mensch ist Balthasar Berg?
Er ist ein fantasiebegabter Mensch, der auch in seiner Zeit bei der Kripo – im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten, der der Meinung war, dass Fantasie bei der Polizeiarbeit schädlich ist – mit dieser Fantasie durchaus erfolgreich gearbeitet hat. Er ist brummelig, kein vordergründig netter Mensch, und er ist einer, der sich wie ein Terrier festbeißt. Und wenn er sich einmal festgebissen hat, zum Beispiel an einem Fall, dann gibt er nicht auf. Und das passiert ihm auf Sylt.

Und was macht ihn sympathisch?
Es macht ihn sympathisch, dass er eigentlich gar nicht weiß, dass er sympathisch ist. Aber da er ein deutlich mitfühlender Mensch ist und andere das merken hinter all seiner Grummeligkeit, kann er die Menschen nicht so täuschen, wie er sich selbst täuscht. 

Warum haben Sie sich diese Figur so gewünscht?
Die Zunahme von Gewalt im Fernsehen, auch in Krimis, ist nicht meins - ich will das nicht. Mich haben immer Figuren fasziniert wie Miss Marple und Columbo, die auf intelligente, witzige Weise, auch zum Mitdenken, Fälle lösen. Das ist aber sehr schwer, und ich habe das Gefühl, dass wir Deutsche darin wenig Übung haben. Aber man muss ja irgendwo anfangen.

Ausgangssituation ist, dass sich Balthasars Schreibblockade lösen soll. Wie packt er das an – und auf welchem Weg lösen sich bei Ihnen vorübergehende „Knoten“? 
Die löst sich in dem Moment, wo er als Terrier unterwegs ist und sich in den Fall verbeißt. Aufschreiben ist für ihn Verarbeiten. Er verfolgt etwas, schmeißt es weg, fängt noch mal an. Und irgendwann springt ihn das, was er geschrieben hat, an, und er kann sagen „klar, so war's“. Über die kriminalistische Arbeit löst sich seine Schreibblockade. 
Bei mir löst sich das auf unterschiedliche Weise. Manchmal schimpfe ich ganz laut mit jemandem, oder auch mit mir selbst. Manchmal übertreibe ich beim Spiel, um mir Mut zu machen, wieder einfacher zu spielen. Manchmal erzähle ich Witze, manchmal singe ich. Dann komme ich runter und bin die Verkrampfung los.

Wie viel Dieter Pfaff steckt in Balthasar Berg?
Es ist mein Körper, es ist meine Fantasie. Ich habe keine andere, habe auch keinen anderen Körper. Äußerlich kann man durch Perücken, Schminke, Klamotten etwas ändern, man kann der Figur ein anderes Rhythmusgefühl geben. Mir geht es aber mehr darum, dass das, was ich spiele, glaubhaft ist und die Herzen der Menschen berührt. Die Frage, wie viel Pfaff in meinen Figuren steckt, interessiert mich nicht mehr. 

Obwohl eher Einzelgänger, ist der Schriftsteller umgeben von einem großartigen Figuren-Ensemble. Was zeichnet diese „Supporting Roles“ aus?
Ihre Eigenständigkeit und dass sie ihre ganz eigene Sache zur Geschichte beitragen. Ich habe mit einigen meiner Kollegen schon gespielt, aber nie etwas Größeres. Insofern war die Konstellation neu und das ist auch gut so, weil ich dadurch gefordert und auch überrascht wurde. Das hat mit allen wirklich großen Spaß gemacht. 

Sie leben in Hamburg, da ist es bis Sylt nicht weit. Wie gut kannten Sie die Nordseeinsel vor den Dreharbeiten?
Wir waren ein paar Mal privat da und auch in der Vorbereitung für den Film. Von gut kennen kann man da noch nicht reden! Was mir sehr aufgefallen ist, war die Unterschiedlichkeit dieser Insel. Auch die Unterschiedlichkeit der Menschen, die sich da Häuser kaufen und den Menschen, die da geboren sind und sich die Häuser kaum noch leisten können. Alles etwas, was einen Stoff spannend macht. Davon war ich fasziniert.

Balthasar verliebt sich in Sylt. Unter welchen Umständen könnten Sie sich privat ein Leben dort – oder überhaupt am Meer – auch vorstellen?
Balthasar verliebt sich nicht nur in Sylt, sondern auf Sylt in eine Frau und in ein paar Menschen, die er dort trifft. Also ist das ein sehr beglückender Ort für ihn selber – was er so nicht erwartet hat. Ansonsten kann ich mir am Meer immer alles vorstellen. 

Thema des Films sind nicht zuletzt viele soziale Ungereimtheiten, u. a., dass sich die Sylter auf ihrer eigenen Heimatinsel kaum mehr ein Leben leisten können. Was haben Sie dazu vor Ort beobachtet?
Das ist schwierig, wenn zum Beispiel bei einer Erbschaft der eine Bruder den anderen nicht auszahlen kann, weil die Häuser so teuer geworden sind. Also müssen sie verkaufen, und dann kaufen sie sich ein Haus auf dem Festland und pendeln morgens mit dem Zug zur Arbeit auf die Insel. Die, die weniger verdienen, zum Beispiel Kellner oder so, die können sich höchstens so ein Ein-Zimmer-Appartement leisten. Das ist ein krasser Gegensatz, finde ich. Und ich habe mitbekommen, wie beispielsweise der Nachwuchs der Reichen dort auf den Putz haut. Mich freut's nicht!

Betrachtet man all diese vielen dramaturgischen Details, ist „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“ dann überhaupt ein „typischer“ Krimi?
Das ist auch so eine Frage, die mich als Geschichtenerzähler nie so wirklich interessiert hat. Das gab’s schon beim „Sperling“, dass mich Leute gefragt haben: „Ist das überhaupt ein Krimi? Krimi ohne Tote - wo gibt es denn so was?!“ Mich haben eher immer diese Randbereiche interessiert, so eine Art „Cross Over“. Ich möchte schöne Geschichten erzählen.

Welche Fälle und Geschichten könnte der Ex-Kommissar und Bestsellerautor in Zukunft noch erleben?
Ich werde mich selber überraschen lassen und den Teufel tun, jetzt schon was von mir zu geben.

Mehr Informationen, Interviews und Statements in der Initiates file downloadBavaria-Pressemappe. (caro) 

Pressekontakt: 
Carolina Heske 
040 644 21 700
caroheske@aol.com 


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