Werkfeuerwehr
Bavaria Film GmbH
DE  |  Bavariapool Services GmbH
Presse

Sehr geehrter Besucher,
Sie befinden sich auf den veralteten Seiten der Bavaria Film Website. Die Pressemeldungen in der aktuellen Darstellung finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Balthasar Berg (Dieter Pfaff) findet während seines Spaziergangs die tote Frau Fenlo (Kerstin de Ahna). © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Boris Laewen
Krimiautor Balthasar (Dieter Pfaff, r.) hat wieder mit Schreiben begonnen, was neben Hermine (Petra Kelling, m.) vor allem den verschwenderischen Agenten Renner (Fritz Karl, l.) freut. © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Boris Laewen
Bavaria Fernsehproduktion

Special Style, viel Schicki-Micki und noch mehr Stürme: Fritz Karl und Petra Kelling zu „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“ am 1. November um 20.15 Uhr im ZDF

[23.10.2012]

Am Donnerstag, den 1. November ist Allerheiligen. Ganz so heilig geht es am selben Abend im Fernsehen allerdings nicht zu... Dann nämlich präsentiert das ZDF um 20.15 Uhr die Kriminalkomödie „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“, in der erst eine Unternehmerin zu Tode kommt und es dann sogar den Tatverdächtigen selbst an den Kragen geht. 
Lars Jessen inszenierte den originellen Drehbuchstoff von Jürgen Werner, mit Publikumsliebling Dieter Pfaff in der Titelrolle. 

Kurz-Inhalt: Der erfolgreiche Krimi-Schriftsteller Berg hat eine Schreibblockade und soll sich – im Auftrag seines Agenten Oliver Renner (Fritz Karl) – auf Sylt neue Inspiration holen. Ausgerechnet im Bauernhaus von Renners Ex-Schwiegermutter Hermine (Petra Kelling), die ihren Privatgast nicht leiden kann. Als Berg am Strand eine Leiche findet, gerät erst er unter Mordverdacht, dann auch Marie van Sant (Saskia Vester), die sympathische Angestellte der nun toten Unternehmerin. Prompt erwacht Bergs früherer Ermittlerinstinkt: Der Ex-Kommissar fängt an, den möglichen Tathergang zu skizzieren. Ein ziemlich gefährliches Unternehmen... 

Das hinter der Kamera noch ganz andere Aspekte hatte. 
Etwa für den Österreicher und Bergsteiger Fritz Karl auf der flachen Insel Sylt:

„In diesem Film mal einen echten Traumtänzer zu spielen, hat mich sehr interessiert. Denn Oliver Renner schafft es immer wieder, sich aus brenzligen Situationen mit Tricks oder Glück herauszuziehen. Was ich an der Figur auch mochte, waren die Klamotten. Dieser Mantel, dazu diese Cowboyschuhe, die ganze Zusammenstellung, an der auch schon der Zahn der Zeit nagt. Das ist very special und ein ganz eigener Style. 

In diesem Aufzug dann zum Beispiel stundenlang zu Fuß über ein freies Feld zu laufen, hatte was. Dieser Horizont in der Ferne, das war schon toll und ein sehr freies Gefühl. Das kenne ich ähnlich von zuhause: Wo ich wohne, gucke ich von oben in ein Tal und auch sehr in die Weite. Das Raue des Sylter Klimas kam da sogar den Felsen in meiner Heimat Oberösterreich sehr entgegen.“

Seine Schauspiel-Kollegin Petra Kelling, die in Königs-Wusterhausen lebt und schon viele TV-Filme am Meer drehte, war und ist am norddeutschen Landstrich noch dichter dran. 

Frau Kelling, als Hermine Kanefly verkörpern Sie so etwas wie ein sturmerprobtes Sylter Urgestein. Was zeichnet so eine echte Insulanerin aus?
Solche Frauen sind natürlich „gegerbt“. Hermine lebt seit Urzeiten auf der Insel. Da ist nicht nur ungewöhnlich raues Wetter, sondern alles ist beschwerlich, muss aber gemacht werden. Hermine weiß, dass sie Manches nicht ändern kann – doch für ihren Bereich schon. Und nicht: Jetzt setz’ ich mich erst mal hin und hadere mit meinem Schicksal. Frauen wie sie haben keine Zeit, über ihre Befindlichkeiten oder ihr Innenleben nachzudenken, sie packen einfach an. Damit ist sie groß geworden, ganz pragmatisch, denn so ein tägliches Leben über Jahrzehnte formt den Menschen. Allein, wie sie im Film andauernd mit ihrem Auto durch die Gegend kurvt, um alles selbst zu organisieren, hat mir gefallen. Wie ungewohnt das aber alles für andere ist, habe ich unter anderem daran gemerkt, dass ich beim Dreh viel gefroren habe. Wenn man diese ganzen Umstände nicht kennt, braucht man als Städter drei Jacken. Hermine hingegen ist ein Fels in der Brandung. 
Trotzdem hat sie eine große Sensibilität gegenüber allen Dingen. Sie trägt das aber nicht auf den Lippen, wie wir Berliner sagen, sondern ist wortkarg – was auch typisch für diesen Landstrich ist. Mich erinnert das an meine Anfänge am Rostocker Theater: Wenn dort mal Äußerungen fielen, dann sehr spontan und direkt, das hatte mich damals sehr irritiert. 

Sie haben schon viele Filme an Nord- und Ostsee gedreht. Was von Ihrer eigenen Mentalität kommt da vor der Kamera zum Einsatz? 
Mir gefallen solche Figuren und Leute. Ich bin auf dem Dorf groß geworden und habe gerade meine hundertjährige Mutter beobachtet. So, wie sie immer gelebt hat, auf Zusammenhalt schwor, sich in ihrem begrenzten Lebensraum einrichtete, das hat mich geprägt. Solche Menschen kommen gar nicht auf die Idee, als Touristen zu verreisen, das ginge wahrscheinlich auch gar nicht gut, denn sie gehören dort hin, wo sie sind. 
Zum Beispiel habe ich für „Fischer fischt Frau“, den ich auch mit Lars Jessen gedreht habe, das Krabbenpulen mit einer 80-jährigen Ostfriesin geübt. Sie hat mir bestätigt, wie Menschen beispielsweise im Norden das Zusammen- und Verbundensein verlieren. Das sind eben die Erfahrungen, die ich auch habe. Und: dass eine Figur ebenso physische Handlungen braucht, was oft unterschätzt wird. Mein Beruf besteht ja aus Beobachtung, dass man sich aus der Realität etwas „klaut“. Das ist das Spannende, dass ich so etwas dann einbringen kann. Ich bin sehr kontaktfreudig, höre gern zu und quatsche die Leute an. Außerdem arbeite ich gern mit Lars Jessen, bei ihm kann man losspielen, und auch er guckt genau hin. Bei „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“ spielte natürlich zudem das Ensemble eine große Rolle, etwa mit dem feinen Kollegen Dieter Pfaff, der von ähnlicher Art ist, sehr authentisch, sehr aufmerksam – ebenso hinter den Kulissen. Das hat mir Vergnügen bereitet, diesen Film zu drehen! 

Warum erhält der Städter Balthasar Berg ausgerechnet im Bauernhaus von Hermine Unterkunft? 
Weil Balthasars Agent Oliver Renner der Ex-Schwiegersohn von Hermine ist. Eigentlich war Hermine so froh, dass dieser Schwiegersohn endlich weg ist! Aber – er hat trotzdem etwas Faszinierendes, dieser windige Hund. Also lässt sie sich von ihm den Gast aufquatschen.

Wieso kommen Hermine und ihr Gast von Anfang an überhaupt nicht miteinander aus? 
Hermine ist gar nicht glücklich, dass ihr Ex-Schwiegersohn ihr diesen Gast eingebrockt hat. Sie ist total bockig, schon wegen Oliver. Dass sie und Balthasar eigentlich viel gemeinsam haben, sieht sie gar nicht. Außerdem ist er genau so unverblümt und direkt wie sie, verzichtet auch auf jede Floskel, das macht es für beide nicht leicht. Allein, wie sie ihm täglich immer wieder gesundes Frühstück und anständiges Essen auftischt, gegen seinen Willen, ist auf beiden Seiten Sturheit. Mit der Zeit haben sie sich aber „gerochen“ und erkennen ihr inneres Band. Stillschweigend, versteht sich. 

Hermine hat – außer Balthasar – noch ganz enorme andere Sorgen, wird vielleicht ihr Haus verlieren. Wie geht sie damit um und wie verändert sie diese Last? 
Ihr steht das Wasser bis zum Hals. Mal ganz deutlich: Hermine ist beschissen worden! Und so etwas kennt sie gar nicht, wie das heutzutage mit Banken und Anwälten zugeht – ein Mann, ein Wort, so war das früher. Insolvenz oder Versteigerung, was ist das? Also, wie es ihre Art ist, nimmt sie den Kampf auf. Es geht schließlich um ihr Zuhause, um einen uralten Familienbesitz. Für sie ist es sowieso unvorstellbar, in eine Stadtwohnung oder in ein Seniorenheim mit Alte-Leute-Treffen zu ziehen. Meine Erfahrung von vor Ort ist: Immobilien für Millionen. 

Was haben Sie dort genau beobachtet, auch diese Kontraste aus „reichen Schönen“ und „armen Insulanern“? 
Auf Sylt ist alles besonders schicki-micki, jeder freie Platz wird für irgendwelche Bauten genutzt - die sehen dann auch überall gleich aus, mit gleichen Läden und vor allem touristisch. Das Umfeld bleibt nicht erhalten. Wenn ich Hermine wäre – nee, würde ich das bestimmt nicht gut finden. Was soll denn eine Einheimische in solchen Läden kaufen?! Natürlich kommt so Geld rein, aber das Unverwechselbare geht verloren. 

Vorbild für Ihre Rolle ist eine Dame, die um den Erhalt ihres kleinen Familienbesitzes kämpft – nämlich um das Original-TV-Haus. Wie spielt man so eine Figur, in dem Wissen, dass sie nah an der Realität ist? 
Allein dieses Haus, bei dem unsere Außenaufnahmen stattfanden - so was Kulturvolles! Das muss man erhalten! Aber wie...? Die Dame, der das wunderschöne Bauernhaus gehört, hat mir auch innen alles gezeigt. Mir hat es ins Herz geschnitten, wie sie berichtete und sich fragte, wer das einmal übernehmen soll, denn ihre Kinder könnten das nicht. Makler können doch das alles gar nicht einschätzen. Und die Besitzerin hat ja schon viele solcher Angebote bekommen, für Millionen von Euro. Man könnte sagen: Geld macht alles kaputt. Das hat mich wütend gemacht. Beim Innendreh, in einem anderen Haus, war das auch so: Die ganzen Besonderheiten, die Deckenmalereien - und familiär eine ähnliche Situation. Da ahnt man, wie es so jemandem geht, dass da eine große Einsamkeit ist. Aber es gibt Besitzer, die sich wehren! 

Was haben Sie persönlich an Eindrücken von Sylt mitgenommen? 
Die Schere und der Bruch zwischen den Leuten werden immer größer. Da würde ich nicht einmal als Touristin Urlaub machen wollen. Trotzdem hatte der Dreh etwas sehr Schönes: Vier Tage nach Start hatte ich mir den Arm gebrochen, alles musste meinetwegen verschoben werden. Es wurde verschoben, ohne mich umzubesetzen. Da ist mir das Herz aufgegangen. Wenn man so aufgefangen wird, lässt man sich auch nach acht Tagen den Gips abnehmen und macht weiter. Als Schauspieler hat man selten so eine ungewöhnliche und vergnügliche Truppe. Noch einmal Sylt? Mit diesen Kollegen auf jeden Fall. 

Bavaria Fernsehproduktion (Produzent: Jürgen Kriwitz) realisierte „Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben“ für das ZDF (Redaktion: Daniel Blum). 

Mehr Informationen, Interviews und Statements in der Initiates file downloadBavaria-Pressemappe. (caro) 

Pressekontakt: 
Carolina Heske 
040 644 21 700
caroheske@aol.com 


© Bavaria Film GmbH
 
Bookmarks
Diese Seite posten:
 Datenschutz l Druck Icon Top Icon
ImpressumDruck IconSitemap Icon

Bavaria Film GmbH Presse + Kommunikation

Bavariafilmplatz 7
82031 Geiselgasteig
089/6499-3900
presse@bavaria-film.de