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Ungewöhnliche Aufgabe für Bavaria Film Synchron für Paramount-Kinohit von Richard Linklater
Röhre auf deutsch für „School of Rock“
[30.01.2004] Dass besondere ausländische Filme besondere deutsche Vertonungen brauchen, erklärt sich fast von selbst. Was allerdings „School of Rock“, Richard Linklaters neueste US-Musikkomödie, der Bavaria Film Synchron bescherte, war eine Herausforderung der eher ungewöhnlichen Töne. Für die am 5. Februar in einheimischen Kinos startende Produktion (spielte in den USA schon gut 80 Mio. Dollar ein) standen in den Synchronstudios unter Federführung von Dialog-Regisseur Oliver Rohrbeck nämlich nicht nur deutsche Texte auf dem Programm, sondern mindestens so wichtige Gesangseinlagen...
Der schrille Film erzählt die Story des glücklosen Rock-Musikers Dewey Finn (Jack Black), der sich einen Job als Aushilfslehrer erschwindelt und mit den Zehnjährigen seiner Klasse eine Schulband aufzieht. Der Haken für die Synchronisation: Sprache und Gesang waren dabei in einigen Szenen unmittelbar miteinander verbunden. Denn wie lernen die Kinds am besten zu singen? Indem der Lehrer es ihnen vormacht.
Und in ähnlicher Form erhielt auch Tobias Meister, seit Anfang der 90-er Jahre deutsche Stimme von Jack Black (und auch von Brad Pitt), „Nachhilfe-Unterricht“. Der Berliner ist ein Synchron-Profi - aber kein Sänger. „Paramount schickte uns deshalb einen Gesangs-Coach - er heißt Tod Cooper -, der bei allen Bearbeitungen in Europa auf den richtigen Stil achtete“, sagt Andreas Gaube, der Produktionsleiter von Bavaria Film Synchron. „So reizt Black etwa seine raue Rock-Röhre wunderbar aus, das musste bei uns genauso klingen.“
Von allen Gesangs-Szenen des 108-Minuten-Opus` wurden zwar nur ca. zehn Prozent neu eingespielt - aber für den Rest blieben die Original-Aufnahmen erhalten, etwa bei Blacks reinen Bühnen-Auftritten. Da war eine weitere Parallele wichtig: „Die Stimmen von Black und Meister sind sich glücklicherweise sehr ähnlich - sonst würde die Kombination für den deutschen Zuschauer nicht funktionieren“, so Gaube.
Nach drei Wochen (eine mehr als sonst durchschnittlich bei einem Spielfilm üblich) waren die Aufnahmen abgeschlossen, der unfreiwillige deutsche Sänger und seine ähnlich geforderten Synchron-Schüler ziemlich erschöpft. Nur wenig Zeit blieb, die Neu-Vertonung zu schneiden (weshalb gleich zwei Cutterinnen am Werk waren) und nach der End-Mischung (drei weitere kurze Tage) an den Verleih zum Kopieren zu geben. Doch Gaube, der jetzt schon den Thriller „The Perfect Score“ (Start: 29.4.) vorbereitet, ist sicher: „Das Endergebnis kann sich hören lassen!“ (caro)
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