Sie befinden sich hier: Home  Presse  Aktuelles  Pressemeldungen 
Haben bei ,Bibi' die Hand im Spiel: Produzentin Uschi Reich (li.) und Regisseurin Franziska Buch
Produzentinnen, Regisseurinnen, Autorinnen für die Bavaria Film-Gruppe

Frauen-Power im Herbst

[10.10.2004]

,Bibi Blocksberg', mit 2,2 Millionen Zuschauern der erfolgreichste deutsche Kinofilm von 2002, machte es deutlich: Ob Bavaria Film-Produzentin Uschi Reich oder Regisseurin Hermine Huntgeburth - der Erfolg dieses Kassenschlagers war wesentlich zwei Frauen zu verdanken. Auch bei dem großen Echo auf die am 30.9. gestartete Fortsetzung, ,Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen', haben erneut zwei Damen die Hand im Spiel - Uschi Reich und Regisseurin Franziska Buch.
Ein weiblicher Trend, der bei der Bavaria Film dieses Jahr nicht mehr zu übersehen ist. Davon zeugen weitere aktuelle Beispiele: Erst am 7. und 8.10. wurde der Utta Danella-Zweiteiler ,Das Familiengeheimnis' ausgestrahlt - inszeniert von Heidi Kranz -, am 29.10. wird in derselben ARD-Sendereihe ,Plötzlich ist es Liebe' zu sehen sein (Regie: Brigitta Dresewski), und am 31.10. setzt das ZDF seine schwedische Inga Lindström-Reihe fort - mit dem Film ,Die Farm am Mälarsee', den Karola Meeder in Szene setzte. Frau Meeder drehte auch die neue Lindström-Verfilmung ,Inselsommer', und im Februar soll Gloria Behrens' ,Mama und der Millionär' im Ersten laufen. In Postproduktion sind die TV-Movies ,Auf den Spuren der Vergangenheit' von Sharon von Wietersheim sowie ,Leo' (AT) von Vivian Naefe. Außerdem ist Bettina Braun an der laufenden vierten Serienstaffel von ,Die Rosenheim-Cops' beteiligt.
Auch die Töchterunternehmen setzen auf weibliche Regisseure: Für Saxonia Media inszeniert ab morgen Karola Hattop den Hallenser MDR-,Polizeiruf 110: Heimkehr in den Tod'. Zuvor hatte im Sommer Jutta Brückner den Kinofilm ,Hitlerkante' abgedreht. Mal ganz abgesehen von Gabi Kubach, die der Saxonia und der ARD schon Quotenhits wie zuletzt ,Die Kinder meiner Braut' bescherte. Außerdem gibt mit dem 90-Minüter ,Himmelsfeuer' (AT) für das ZDF bis Ende Oktober auch die neue Saxonia Media-Produzentin Bernadette Schugg ihren Einstand.
Bei der Colonia Media wachen für den WDR schon länger die Produzentinnen Sonja Goslicki und Anke Scheib über den Erfolg von Sendereihen wie ,Tatort' und ,Schimanski' bzw. von TV-Movies wie ,Mein Vater' und ,Drechslers zweite Chance' (am 13.10. um 20.15 Uhr im Ersten). Ferner hat die Wiener Satel die Regisseurin Ines Anna Krämer für die neunte ,Schlosshotel Orth'-Staffel engagiert.
Was steckt hinter dem heißen Frauen-Herbst? Dazu Fragen an Bea Schmidt, die bei Bavaria Film seit 1997 als Leiterin der Abteilung ,Development und Produktionsgruppe Bea Schmidt' fungiert und dort u.a. die erfolgreiche Utta Danella-Reihe, die Serie ,Die Rosenheim-Cops', die Daily ,Marienhof' und andere TV-Movies verantwortet.

Frau Schmidt, sind die vielen aktiven Frauen innerhalb der Bavaria Film-Gruppe dieses Jahr nur ein Zufall - oder Kalkül?
Mit Sicherheit kein Kalkül! Ich sehe das eher andersherum. Stünden hier weniger Frauen, müsste man sich doch fragen: Wo bleiben die weiblichen Kreativen? Aber offensichtlich fallen Frauen in exponierten Positionen immer noch auf.

Was leisten Frauen in den Bereichen Regie und Produktion, was Männer nicht können?
Ich glaube, dass der Unterschied gar nicht so groß ist. Sicherlich gibt es unterm Strich mehr sensible und teamfähige Frauen als Männer. Aber ich habe genügend Regisseure kennengelernt, die sehr emotionale und feinfühlige Filme gemacht haben. Genauso gibt es auch hervorragende Produzenten, die ein Team führen können, ohne permanent über ihr eigenes Ego oder ihre Profilneurosen zu stolpern.

Gibt es Filmstoffe, für die Frauen hinter der Kamera besser geeignet sind als Männer?
Definitiv nein.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie gemacht: War es Ihnen schon einmal - etwa bei Verhandlungen - von Vorteil, mit ,weiblichen Waffen' zu arbeiten?
Ich glaube, dass diese ,weiblichen Waffen' nur von kurzer Wirksamkeit sind. Ich ziehe es vor, mit Kompetenz, Sachverstand und Empathie zu verhandeln. Bisher hat das ganz gut geklappt.

Wie schätzen sie den weiblichen Stand innerhalb der Branche ein: Haben Frauen inzwischen dieselben Chancen wie Männer?
In den meisten Bereichen: ja. Bei der Auswahl eines Regisseurs bzw. einer Regisseurin zählt nach meinen Erfahrungen allein die Kompetenz - wobei hier sicherlich sehr stark genre-spezifisch gedacht wird - und auch die Teamfähigkeit. Aber es gibt immer noch ein paar klassische Männerdomänen wie z.B. Kamera- und Tonleute. Hier findet man nur selten Frauen. Und natürlich sind auch die Führungspositionen in den großen Produktionsfirmen nach wie vor primär von Männern besetzt - wie in fast jeder anderen Branche. (caro)

Kontakt: Pressestelle,
Tel. 089 / 64 99 - 3900