Förderpreis Neues Deutsches Kino: "Kahlschlag" als Bester Film ausgezeichnet

Do, 25. Okt 2018 what's new Bavaria Film Content

Hof – Beim "Förderpreis Neues Deutsches Kino" in Hof hat die Jury "Kahlschlag" von Max Gleschinski zum besten deutschen Nachwuchsfilm erklärt. Die Auszeichnung ist am 25. Oktober 2018 im Rahmen der 52. Internationalen Hofer Filmtage verliehen worden. Die Produktion „Fünf Dinge, die ich nicht verstehe“ erhielt eine lobende Erwähnung.

Der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis wird gestiftet von Bavaria Film, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ Bank. Im Wettbewerb standen Filmschaffende, die ihren ersten bis dritten langen Spielfilm deutscher Produktion hergestellt haben.

Ihre Entscheidung für "Kahlschlag" begründete die Jury wie folgt:
"Eine scheinbar klassische Dreiecks-Liebesgeschichte entfaltet sich in diesem Film dramaturgisch so ungewöhnlich wie spannend - das hat man in einem deutschen Film lange nicht gesehen. Der Film vertraut auf die ureigenen Mittel des Kinos, die Kraft der Bilder, der Montage und auf herausragende Schauspieler […]. Die Erzählung ist dem Zuschauer immer einen Schritt voraus und hält das bis zum überraschenden Ende durch.
Der Film stammt von Filmemachern aus Rostock, kein Filmland, keine Filmschule, keine Förderung oder Fernsehen, eine kleine Sensation!"

Zum Inhalt
Schon als Kinder fahren Martin und Eric jeden Sonntag an den Stausee und schon als Kinder verlieben sie sich in dasselbe Mädchen: Frenni. Heute, 20 Jahre später, lebt Martin mit Frenni in einem beschaulichen Einfamilienhaus auf dem Hof seiner Eltern. Mit Eric haben sie schon lange nichts mehr zu tun, bis er eines Sonntags vor der Tür der beiden steht. Bei einem letzten Ausflug an den Stausee möchte er Martin mit all dem Ungesagten konfrontieren. Und für Martin wird dieser Trip zu einer Reise ins Herz der Finsternis. Während sich die Situation zwischen den Freunden am See im Laufe dieses Tages immer weiter zuspitzt, muss auch Martin erkennen, welche Ungerechtigkeiten seinem Freund widerfahren sind…

Zum Regisseur
Max Gleschinski wurde 1993 in Rostock geboren. Im Februar 2017 gründete er die Von Anfang Anders Filmproduktion gemeinsam mit Jean-Pierre Meyer-Gehrke, mit dem er bereits seit 2013 zusammenarbeitet und der auch bei "Kahlschlag" als Kameramann mitwirkte. "Kahlschlag" ist Max Gleschinskis erster Langspielfilm als Regisseur. Zuvor drehte er mehrere Kurzfilme wie "Endzeitstimmung" oder "Lava".

 

Lobende Erwähnung
Während der Preisverleihung erhielt eine weitere Produktion eine lobende Erwähnung. "Fünf Dinge, die ich nicht verstehe" von Regisseur Henning Beckhoff sei "in einer liebevoll-lakonischen und authentischen Art" erzählt, wie die Jury erklärte. Es handle sich um einen "Film, der sich viel Zeit und Raum nimmt, die Wirren des Erwachsenwerdens zu erzählen. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie aktuelle politische Themen in diese scheinbar heile Welt eindringen."

Zum Förderpreis "Neues Deutsches Kino"

Der "Förderpreis Neues Deutsches Kino" zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen in Deutschland und wird zwei Mal im Jahr vergeben. Im Sommer wird er auf dem Filmfest München in den Kategorien Regie, Produktion, Drehbuch und Schauspiel verliehen. Auf den Hofer Filmtagen wird mit der Kategorie „Bester Film“ der beste erste bis dritte lange Spielfilm ausgezeichnet, der im Programm gezeigt wird.

Getroffen wird die Entscheidung von einer unabhängigen Jury, der dieses Jahr in Hof die Schauspielerin Karoline Schuch, der Regisseur Andreas Arnstedt sowie der Produzent und Regisseur Frieder Schlaich angehören. Vergeben wurde der "Förderpreis Neues Deutsches Kino" zusammen mit dem Filmpreis der Stadt Hof im Rahmen der 52. Internationalen Hofer Filmtage am Donnerstagabend in der Freiheitshalle in Hof. Die Preisverleihung wurde moderiert von Sandra Rieß.

Ähnliche Beiträge

30 Jahre Förderpreis Neues Deutsches Kino

Die Sieger sind „Alles ist gut“, „A Young Man with High Potential“ und „In the Middle of the River“. Gestiftet wird der Preis von Bavaria Film, Bayerischer Rundfunk und DZ Bank.

Förderpreis Neues Deutsches Kino: „Drei Zinnen“ von Jan Zabeil ausgezeichnet

"Drei Zinnen" erzählt vom Urlaub einer Patchworkfamilie in den Bergen, der schließlich zum Kampf um Leben und Tod gerät.

Ausgezeichnet: "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" mit mehreren Awards prämiert

Regisseur Philip Gröning ist auf dem Sitges Film Festival mit dem "Best Director Award" in der Sektion New Vision prämiert worden. Auf dem Filmfest Gent hat sich der Film den "Explore Zone Award" geholt.