"Jetzt ist der Film komplett" - Dominik Grafs "Die Sieger" feierten Weltpremiere als Director’s Cut

Do, 14. Feb 2019 feature Bavaria Film Content

Es sind 25 Jahre vergangen: 1994 lief der Spielfilm "Die Sieger" erstmals in den Kinos - eine Großproduktion mit 12 Millionen D-Mark Produktionskosten und Starbesetzung. Nun haben Bavaria Film und Regisseur Dominik Graf den Actionthriller auf den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin wieder aufleben lassen - anlässlich des 100. Geburtstages der Bavaria Film erstmals in restaurierter Fassung und als etwa neun Minuten längeren Director’s Cut.

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Berlinale Premiere "Die Sieger"

Katja Flint und Hansa Czypionka auf dem roten Teppich bei der Premiere von "Die Sieger".

© Bavaria Film / Moritz Brucker

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Berlinale Premiere "Die Sieger"

v.l. Rainer Rother, Dr. Christian Franckenstein, Hannes Jaenicke, Herbert Knaup, Dominik Graf, Katja Flint, Hansa Czypionka, Heinz Hoenig, Michael Breitsprecher, Achim Rohnke und Markus Zimmer.

© Bavaria Film / Moritz Brucker

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Berlinale Premiere "Die Sieger"

Michael Breitsprecher, Hansa Czypionka und Herbert Knaup bei der Premiere auf der Berlinale.

© Bavaria Film / Moritz Brucker

"Es ist ein sehr seltsames Gefühl, den Film nach 25 Jahren nochmal wiederzusehen – jetzt sozusagen komplett," sagte der Regisseur Dominik Graf während der Premiere im Rahmen der Reihe "Berlinale Classics" im Haus der Berliner Festspiele.

In "Die Sieger" geht es um ein Sondereinsatzkommando, das in eine Korruptionsaffäre verstrickt wird. Karl Simon (Herbert Knaup), Leiter der SEK-Einheit, glaubt bei einem Einsatz seinen verstorbenen Kollegen Heinz Schaefer (Hannes Jaenicke) unter den Flüchtigen zu erkennen. Bei seinen Nachforschungen geraten Simon und sein Team in ein Netz aus Lügen und Verrat, das von Spitzenpolitikern bis in die eigene Truppe reicht. Nach der Entführung des Staatssekretärs, bei der die SEK-Einheit selbst unter Verdacht gerät, beschließen sie, den Fall selbst in die Hand zu nehmen.

Regisseur Dominik Graf hatte nach eigener Aussage immer das Gefühl, dass dem Film noch etwas fehlte, dass einige Zusammenhänge in der Handlung, oder auch Beziehungen unter den Figuren noch nicht ganz klar geworden wären. Das hat sich nun mit dem Director’s Cut geändert. Heinz Hoenig, in seiner Rolle des Bernd Helmer einer der Hauptdarsteller: "Ich wusste schon damals, dass mit dem Film nochmal was passieren wird."

Und passiert ist nun einiges: Das Restaurierungsteam der Bavaria Film fügte einige Szenen, die nicht mehr auf 35-mm-Material zur Verfügung standen, aus der Magnetbandaufzeichnung der Rohschnittfassung in die ursprüngliche Kinofassung ein. Die Herausforderung bestand darin, diese Szenen an das hochwertige, digital bearbeitete 4K-Material anzugleichen. Vor allem die Tonbearbeitung der bisher noch nie gemischten Szenen verlangte viel Aufmerksamkeit von Regisseur und Team. Die Restaurierung verantwortete D-Facto NXT, die Vertriebsrechte liegen bei Bavaria Media. Gefördert wurde der Film durch die FFA Filmförderungsanstalt. An allen entscheidenden Stellen begleitete Regisseur Dominik Graf den Prozess. Mit der Restaurierung hat die Bavaria Film einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Filmerbe geleistet.

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Dominik Graf

Die Bavaria Film und Regisseur Dominik Graf verbinden Produktionen wie "Die Katze" (1988), "Die geliebten Schwestern" (2014) und "Die Sieger" von 1994, die 2019 restauriert und als Director's Cut ihr Comeback auf der Berlinale feierten.

© Caroline Link

© Caroline Link

"Ich freue mich, dass die Bavaria sich dazu entschieden hat, diesen Film auszusuchen", sagt Herbert Knaup, der als Anführer der SEK-Einheit die Hauptrolle des Karl Simon übernommen hatte.
Zur Berlinale-Premiere kam neben Herbert Knaup und Dominik Graf ein Großteil des Casts: Katja Flint, Hannes Jaenicke, Hansa Czypionka, Heinz Hoenig und Michael Breitsprecher gaben sich allesamt die Ehre auf dem Red Carpet. "Das Schönste ist natürlich dass wir uns wieder treffen und das Gefühl haben, dass wir uns kaum verändert haben," sagte Katja Flint, die in "Die Sieger" als Melba Dessaul und Ehefrau des entführten Staatssekretärs zu sehen ist. Hansa Czypionka, alias SEK-Mann Hannes Grigull, sagte mit einem Augenzwinkern: "Es ist eine Zeitmaschine. Wir sind wieder da, wo wir vor 25 Jahren waren. So sehen 'Sieger' aus…"

 

Text: Martin Brückle

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