Historie

Bavaria Film ist Nachfolgerin eines bereits seit 1919 bestehenden Studiobetriebes. Gegründet wurde die Bavaria Film GmbH im Jahre 1959 zunächst als Bavaria Atelier GmbH. 1987 erhielt sie ihren jetzigen Namen Bavaria Film GmbH.

Bereits im September 1919 wurde mit dem Bau des ersten Studios begonnen, dem sogenannten „Glashaus“. Dieses Glasatelier erfüllte seine Funktion bis zum Sommer 1928, als es durch einen Hagelschauer zerstört wurde. Heute steht auf den Fundamenten des historischen Glasateliers das Studio 1.

In den 20er Jahren wurden vor allem Heimatfilme mit Motiven von Ludwig Ganghofer produziert. Damit machte sich die Produktionsfirma auch international einen Namen, begünstigt durch die Tatsache, dass der Stummfilm keine sprachlichen Barrieren kannte. Alfred Hitchcock drehte zwei seiner frühen Filme in Grünwald. Vom „Los Angeles im Isartal“ war die Rede. Mit dem Erwerb der Geyerwerke wurde auf dem Gelände auch die industrielle Filmkopierung aufgebaut.

Mit der Erfindung des Tonfilms kam in den 30er Jahren die große Krise. Klassische Berufe aus der Stummfilmzeit, wie Filmmusiker, Stummfilmakteur sowie Kinoerzähler waren nicht mehr gefragt. 1932 wurde die „Emelka“ von der durch Banken finanzierten Gesellschaft Bavaria-Film AG übernommen und 1938 als Bavaria Filmkunst GmbH neu gegründet. Durch die Reichsregierung gefördert lief trotz des Zweiten Weltkriegs die Filmproduktion in Grünwald weiter.

Nach dem Krieg 1945 standen die fast unversehrten zehn Aufnahmehallen, das Kopierwerk, der Fundus und die Werkstätte leer. Erst unter der Führung eines englisch-amerikanischen Redaktionstabes wurde die Produktion wieder aufgenommen. In den laufenden Jahren entwickelte sich die Bavaria zur größten Filmproduktionsstätte Deutschlands.

In den 50er Jahren entstanden 32 Filme in den Studios, ein Drittel der deutschen Produktionen. In diesen Jahren kamen, auf Grund der günstigen Produktionsbedingungen, auch die amerikanischen Produzenten und Regisseure (u.a. Elia Kazan, Orson Wells oder Richard Fleischer) an die Isar. Sie brachten internationale Stars nach Grünwald, wie Oskar Werner, Gregory Peck, Gene Kelly, Peter Ustinov, Samy Davies Jr. oder Tony Curtis.

Die technische Entwicklung ging mit großen Schritten voran, der Farbfilm hielt Einzug, es wurde in Stereo produziert und schließlich auch ab 1954/55 für das Fernsehen.

Der 1. August 1959 ist das Gründungsdatum der Bavaria Atelier GmbH. Das Fernsehzeitalter für die Bavaria begann. Seitdem sind öffentlich-rechtliche Sender maßgeblich an der Bavaria Film beteiligt. Am 24. November 1959 entstand ihre erste TV-Produktion mit dem Titel „Der eingebildete Kranke“. Die Bavaria Atelier GmbH erhielt am 3. August 1987 ihren heutigen Namen Bavaria Film GmbH.

Während in den 60er Jahren das Kino mit wenigen Erfolgen kriselte, entwickelten sich die Produktionen für das Fernsehen als dominantes Standbein für Grünwald. Auf dem internationalen Markt trat man jetzt als der Exporteur für deutsche Fernsehproduktionen und als internationaler Koproduzent auf.

Das Volumen in Geiselgasteig stieg in den 70er Jahren auf über 100 Produktionen im Jahr. Darunter Welterfolge wie „Cabaret“, der mit acht Oscars ausgezeichnet wurde, unter anderem für das Designerteam von Rolf Zehetbauer. Oder „Berlin Alexanderplatz“, der sowohl im Kino als auch im Fernsehen dem deutschen Filmemacher Rainer Werner Fassbinder zum internationalen Durchbruch verhalf. Die Produktionstechniken wurden dem Wachstumsmarkt Fernsehen angepasst.

Meilensteine in der Geschichte der Bavaria Film wurden in den 80er Jahren mit den Welterfolgen von „Das Boot“, „Enemy Mine“ und die „Unendliche Geschichte“ gesetzt. Die Requisiten dieser herausragenden Produktionen bilden die ersten Attraktionen für den Start der „Filmstadt Führung“ auf dem Gelände der Bavaria Film, welche den Besuchern einen Blick „hinter die Kulissen“ gestattet. Zu dieser Zeit wurde auch die Videotechnik entwickelt und bot ein neues Geschäftsfeld. 

Mit der Einführung des dualen Rundfunksystems bekommt die Bavaria Film in den 90er Jahren neue Kunden. Der Standort Grünwald hat sich zum modernen multimedialen Medienstandort entwickelt, auf dem sich TV Sender, Produktionsfirmen und diverse technische Dienstleister angesiedelt haben.

Mitte der 80er und Anfang der 90er Jahre ware die Geburtsjahre der erfolgreichen TV Serien und Reihen, wie z.B. „Büro, Büro“, „Marienhof“, „Der Fahnder“, „Formel Eins“, „Gegen den Wind“ oder „Tatort“. Diese Serienkompetenz setzt sich bis heute fort etwa mit der Dailynovela "Sturm der Liebe", "SOKO Stuttgart" oder "Dr. Klein" und viele mehr.

Die Bavaria Film ist heute eine integrierte  Produktions- und Dienstleistungsgruppe mit Tochterfirmen an wichtigen deutschen Medienstandorten.

Nach wie vor ist der Medienstandort Geiselgasteig Stammsitz und Herz der Bavaria Film. Auf dem 300.000 Quadratmeter großen Areal stehen heute zwölf professionell ausgestattete Studios mit Flächen von 50 bis mehr als 3.000 Quadratmetern, mehrere Drehvillen, Kulissenstraßen und  Standarddekorationen sowie produktionstechnische Dienstleistungen zur Verfügung.