Deutscher Fernsehpreis: Fünf Nominierungen für die Bavaria Film Gruppe
Die Satel Film-Koproduktion "Hundertdreizehn" hat Chancen in vier Kategorien. Jessica de Rooij, Komponisten von "Mozart/Mozart", ist für "Beste Musik" nominiert.
© WDR/Windlight Pictures/Satel Film/Frank Dicks
© WDR/Windlight Pictures/Satel Film/Frank Dicks
Am 26.08 sind die Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis 2026 bekannt gegeben worden.
Die Serie "Hundertdreizehn", die von der Satel Film und Windlight Pictures koproduziert wurde, ist in vier Kategorien nominiert: Beste Drama-Serie, Beste Regie (Rick Ostermann), Bestes Buch (Arndt Stüwe) und Beste Montage (Christoph Cepok, Benjamin Kaubisch).
In der Kategorie Beste Musik hat Jessica de Rooij, Komponistin der Story House Pictures-Produktion "Mozart/Mozart", Chancen auf eine Auszeichnung. Über ihre Kompositionen für die Serie sagte de Rooij im vergangenen Jahr im exklusiven Bavaria-Interview "Wir haben versucht, im Soundtrack das Gefühl des Neuen, Unerwarteten, das Mozarts Musik damals hatte, für ein heutiges Publikum erfahrbar zu machen."
Mit "Joko und Klaas gegen ProSieben" (Beste Regie - Unterhaltung) und "Die Anstalt" (Beste Comedy/Late Night) sind zwei Produktionen nominiert, die in den Bavaria Studios realisiert wurden.
Der Fernsehpreis wird am 8. und am 9. September in Köln vergeben. RTL überträgt die Verleihung am 9. September ab 20.15 Uhr.
Die Jurybegründungen im Überblick:
Beste Drama-Serie ("Hundertdreizehn")
113 Personen sind direkt oder indirekt betroffen, wenn ein Mensch im Straßenverkehr tödlich verunglückt. Die Serie befasst sich mit eben diesen Schicksalen, nachdem ein Reisebus auf die Gegenfahrbahn einer innerstädtischen Hochstraße gerät und seine Passagiere mit in die Katastrophe reißt.
Jede der sechs Folgen beleuchtet die Geschichte einer anderen Person, die mit dem schweren Unfall verbunden ist. Mit kraftvollem, charaktergetriebenem Storytelling fügt "Hundertdreizehn" die Geschichten zu einem vielschichtigen Ensemble-Drama über Trauer, Schuld, Erinnerung und Widerstandskraft zusammen. So entsteht ein emotional dichtes Panorama darüber, wie ein Unglück weit über seine unmittelbaren Opfer hinauswirkt.
Beste Regie ("Hundertdreizehn")
Sechs Folgen, sechs Schicksale und ein Busunglück, das sie miteinander verbindet: Rick Ostermann hält die vielschichtige Erzählung von "Hundertdreizehn" mit sicherer Hand zusammen.
Jede Episode erhält ihre eigene Dynamik, zugleich bewahrt die Serie eine klare erzählerische Geschlossenheit.
Rückblenden, parallele Handlungsstränge und wechselnde Perspektiven fügt Ostermann präzise zu einem Gesamtbild zusammen, das sich erst nach und nach erschließt.
Trotz der komplexen Erzählstruktur bleibt seine Regie stets nah an den Figuren und verleiht ihren Geschichten emotionale Präzision.
Bestes Buch ("Hundertdreizehn")
Aus einer statistischen Zahl entwickelte Arndt Stüwe die Idee für "Hundertdreizehn": Durchschnittlich 113 Personen sind betroffen, wenn ein Mensch tödlich verunglückt. In sechs miteinander verwobenen Geschichten beleuchtet das Drehbuch die Folgen eines Busunglücks aus unterschiedlichen Perspektiven.
Dabei verbindet Stüwe die persönlichen Schicksale mit der Suche nach der Unfallursache und entfaltet ein komplexes Geflecht aus Schuld, Verlust, Trauma und Hoffnung.
So wird aus einem einzelnen Ereignis eine vielschichtige Erzählung darüber, wie unberechenbar das Leben ist.
Beste Montage ("Hundertdreizehn")
Sechs Folgen, zahlreiche Protagonisten und verschiedene Zeitebenen – Dreh- und Angelpunkt von "Hundertdreizehn" ist ein einziges Busunglück. Die Montage von Christoph Cepok und Benjamin Kaubisch hält die vielschichtige Erzählung souverän zusammen.
Rückblenden, Parallelhandlungen und Perspektivwechsel greifen präzise ineinander, während Ursache und Folgen der Katastrophe erst nach und nach offengelegt werden.
Zugleich gibt der Schnitt den einzelnen Schicksalen Raum und sorgt über alle Episoden hinweg für einen klaren Fluss. So entsteht aus vielen Fragmenten ein geschlossenes Gesamtbild.
© Armin Zedler
© Armin Zedler
Beste Musik ("Mozart/Mozart")
Die Story von "Mozart/Mozart" ist absolut fiktiv und geht höchst frei mit dem Mythos des wohl größten 'Stars' der Klassischen Musik um. Dabei bildet das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Wolfgang Amadeus und seiner Schwester Maria Anna die Basis für einen mitreißenden Soundtrack.
Jessica de Rooij gestaltet ihn in einer beeindruckenden stilistischen Bandbreite. Kenntnisreich verarbeitet sie Mozart-Stücke und öffnet sie für eine spannende Reise zu neuen musikalischen Horizonten. Das reicht von orchestraler Opulenz bis hin zu hymnischem Pop und treibenden Elektronik-Beats.