Meilensteine: Die Highlights unserer Firmengeschichte

Von Alfred Hitchcock über Billy Wilder bis zu Oliver Stone und Michael Bully Herbig: Sie alle und viele mehr haben in den Studios der Bavaria Film am traditionsreichen Medienstandort Geiselgasteig gedreht. Heute produziert das Unternehmen über seine Tochtergesellschaften Fiction-, Entertainment- sowie Corporate Video-Formate in Geiselgasteig und ist weiterhin Heimat für externe Produktions- und Medienunternehmen, die Studios oder Immobilienflächen anmieten. 2019 feiert die Bavaria Film ihren 100. Geburtstag.

"Die Bavaria Film hat es in all den hundert Jahren immer wieder erfolgreich geschafft, sich auf Umbrüche und Veränderungen im Markt und in der Technologie einzustellen. Dabei hat sie sich immer wieder davon leiten lassen, die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden und Zuschauer bestmöglich zu erfüllen", sagt Dr. Christian Franckenstein, CEO Bavaria Film. "Unser Unternehmen beweist bis heute ein besonderes Gespür für die Adaption von Trends, in der Entwicklung von Inhalten sowie in der technischen Umsetzung.  So hat die Bavaria Film alle großen Disruptionen der Branche meistern können: vom Stummfilm zum Tonfilm, vom Schwarz-Weiß-Bild zum Farb-Bild, vom Kino zum Fernsehen, und nun von der analogen Welt ins digitale Zeitalter."

Am 1. Januar 1919 gründete Filmproduzent Peter Ostermayr die Münchner Lichtspielkunst AG (M.L.K.), auch Emelka genannt. Noch im gleichen Jahr entstand in Geiselgasteig das erste Studio: ein Glashaus, das nur wenige Jahre später bei einem Hagelschauer zerstört wurde. In den 1920er Jahren hat das Unternehmen vor allem Heimatfilme mit Motiven von Ludwig Ganghofer realisiert. Damit machte sich die damalige Emelka auch international einen Namen, begünstigt durch die Tatsache, dass der Stummfilm keine sprachlichen Barrieren kannte. Alfred Hitchcock drehte zwei seiner frühen Filme in Grünwald. Schnell war vom "Los Angeles im Isartal" die Rede. Mit dem Erwerb der Geyerwerke entstand auf dem Gelände auch ein Filmkopierwerk.

Das Aufkommen des Tonfilms brachte das Unternehmen in den 30er Jahren in Schwierigkeiten: Die Emelka wurde 1938 von der Auffanggesellschaft Bavaria Film AG übernommen. In den Kriegsjahren lief die Produktion weiter. Nach 1945 standen die vom Krieg nahezu unversehrten Studios kurzzeitig leer. Wenig später wurde der Betrieb jedoch wieder aufgenommen. Zwar durfte die Bavaria Film AG noch nicht wieder selbst produzieren, die Studios und Außenkulissen konnten aber an externe Produzenten vermietet werden. In den 1950er Jahren war die Bavaria mit ihren Studios – unter Führung eines englisch-amerikanischen Redaktionsstabes – die größte deutsche Filmproduktionsstätte.

Am 1. August 1959 wurde die Bavaria Atelier GmbH gegründet: Die größten Anteile übernahmen die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Technologie machte große Sprünge, der Farbfilm hielt Einzug und auch das Fernsehen bot neue Möglichkeiten. In den 1960er und 1970er Jahren stieg die Zahl der TV-Produktionen stetig an. Die Bavaria gehörte dabei in vielen Genres zu den Pionieren. So zum Beispiel im Genre Science-Fiction mit "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion".

Nachdem in den 1970er Jahren Welterfolge wie der Musical-Film "Cabaret" mit Liza Minelli oder "Berlin Alexanderplatz" von Rainer Werner Fassbinder auf dem Gelände entstanden, produzierte die Bavaria 1981 in Geiselgasteig einen der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten: "Das Boot" von Wolfgang Petersen.

Mit der Einführung des dualen Rundfunksystems ab 1984 erweiterte sich der Kundenkreis des 1987 in Bavaria Film GmbH umbenannten Unternehmens. Die Bavaria Film etabliert in dieser Zeit TV-Erfolge wie die Musiksendung "Formel Eins" und den "Tatort". Insbesondere die Episoden mit Götz George als "Schimanski" waren Straßenfeger. Mit der Dailysoap "Marienhof" setzt die Bavaria Film als eines der ersten Produktionshäuser auf das in Deutschland damals neue Genre der Telenovela. Bis heute liegt ein besonderer Fokus auf dem Kerngeschäft TV-Produktionen. Quotengaranten sind Serien wie "Die Rosenheim-Cops", "In aller Freundschaft" oder "Sturm der Liebe".

Auch dem Kinogeschäft ist die Bavaria Film stets treu geblieben und schaffte es mit Kinoproduktionen wie "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf 2014 auf die Shortlist der Oscar-Nominierungen. "Hotel Lux" wurde 2011 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Regisseur, Schauspieler und Produzent Michael Bully Herbig produzierte viele seiner Publikumserfolge am Medienstandort Geiselgasteig. Oliver Stone drehte 2016 "Snowden" in den Bavaria Studios.

Überdies entstehen in den zwölf Bavaria Studios heute viele erfolgreiche TV-Entertainment-Shows wie diverse Formate mit "Joko & Klaas", die Kochshow "The Taste" oder "Verstehen Sie Spaß?" – eine der am längsten laufenden Samstagabendshows Deutschlands.

Über die vergangenen 100 Jahre wurde aus der Emelka eines der führenden Produktions- und Dienstleistungsunternehmen im deutschsprachigen Raum. Zwölf moderne Film- und TV-Studios mit Flächen von 50 bis mehr als 3.000 Quadratmetern befinden sich auf dem 30 Hektar großen Areal im Süden Münchens, dem Stammsitz der Bavaria Film. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften an den wichtigsten deutschen Medienstandorten wie München, Berlin, Köln, Stuttgart, Leipzig und Hamburg.

Die Geschichte der Bavaria Film wird seit dem 2. März 2019 erlebbar gemacht im neuen Filmstadt Atelier auf dem Bavaria-Gelände in Geiselgasteig. Die Jubiläumsattraktion „Bavaria Film – eine interaktive Zeitreise durch 100 bewegte Jahre“ zeigt exklusives und teils unveröffentlichtes Bildmaterial, Original-Requisiten sowie Kostüme aus den Archiven und dem Fundus der Bavaria Film.