"Stillstand ist keine Option"
Simon Kick ist Producer bei “Die beste Klasse Deutschlands”. Im Interview spricht er über die Änderungen bei der diesjährigen Ausgabe, die intensiven Vorbereitungen und das Feedback des Publikums.
Lieber Simon, die Bavaria Entertainment produziert aktuell die 23. Staffel von "Die beste Klasse Deutschlands". Und dieses Mal ist einiges anders als sonst…
Genau. Die größte Veränderung: Wir besuchen die Schulen nicht wie sonst mit unserem Kamerateam, sondern die Klassen schalten sich per Video zu uns ins Studio nach Köln. Sie haben also ein Heimspiel im Klassenzimmer.
Warum dieses neue Konzept?
Wir wollten uns noch stärker an den Sehgewohnheiten unserer Zielgruppe orientieren. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind Livestreams – etwa auf Plattformen wie Twitch – schon lange sehr beliebt. Diese Streams dauern oft deutlich länger als klassische TV-Formate. Darauf haben wir reagiert: Unsere Live-"Schulbattles" liegen jetzt bei 40 bis 50 Minuten, früher waren sie zehn bis 15 Minuten lang.
© Jan Fischer
© Jan Fischer
Wie kann man sich die "Schulbattles" konkret vorstellen?
Aktuell treten in jeder Ausgabe vier Schulen virtuell gegeneinander an. In mehreren Runden geht es darum, wer die meisten Punkte sammelt. Nach und nach scheiden die Klassen aus, sodass am Ende jeder Sendung nur noch zwei Teams um den Sieg kämpfen.
Ab Mai starten dann die Wochenshows, die wie gewohnt im KiKA-Studio stattfinden. Ab dem Zeitpunkt treten auch jeweils nur noch zwei Klassen gegeneinander an, die um den Einzug ins "Superfinale" Ende Mai spielen. Die Fragen zielen auf das Allgemeinwissen der Kinder ab.
Wie lange habt ihr an der Umsetzung gearbeitet?
Im Grunde haben wir direkt nach Abschluss der letzten Staffel mit den Planungen begonnen – also von Juni 2025 bis Januar 2026. Die intensivste Phase lag im November und Dezember. Da sind wir tief in die Format- und Spieleentwicklung eingestiegen.
Neu hinzu kam dieses Mal die technische Umsetzung der "Schulbattles". Alles muss remote funktionieren, die Technik wird von uns an die Schulen geschickt und muss so intuitiv gestaltet sein, dass die Schulen sie selbstständig aufbauen können.
Ihr habt dafür ein eigenes Livestream-Studio bei euch in Köln aufgebaut.
Ja. Wir arbeiten zwar mit einem sehr kleinen externen Technik-Team zusammen, das auf Streaming spezialisiert ist, aber konzeptionell und organisatorisch machen wir das selbst. An einem Streamingtag ist wirklich jede und jeder im Einsatz – entsprechend intensiv ist vor allem die Aufzeichnungsphase.
Wie kommt der Konzeptwechsel beim Publikum an?
Sehr gut. Wir haben viele Teilnehmende im Live-Chat, die direkt mit den Moderator*innen interagieren.
Genau diese Nähe und Beteiligung sehen wir als großen Erfolg.
Denkt ihr schon über weitere Neuerungen für kommende Staffeln nach?
Auf jeden Fall. Unsere Zielgruppe ist sehr jung, entwickelt sich schnell – und wächst altersbedingt auch schnell wieder raus.
Das unterscheidet uns stark vom klassischen TV-Markt mit der Zielgruppe 14–49. Stillstand ist für uns keine Option.
© Jan Fischer
© Jan Fischer
Was ist denn geplant?
Unter anderem wollen wir die Wochenshows stärker mit Reaction-Videos begleiten. Das heißt: Unsere Moderator*innen sehen sich die Aufzeichnung an und reagieren im Anschluss darauf.
Reaction-Videos sind seit Jahren auf Twitch und YouTube angesagt – wir sind davon überzeugt, dass sich dieses Format auch auf "Die beste Klasse Deutschlands" übertragen lässt. Insgesamt wollen wir die Sendung noch digitaler aufstellen – die aktuelle Staffel ist der beste Beweis dafür.
Lieber Simon, danke für das Gespräch.
Interview: Johanna Schlotz & Dennis Reinhart
"Die beste Klasse Deutschlands" (KiKA) ist eine Produktion von Bavaria Entertainment im Auftrag von KiKA.
Redaktionelle Verantwortung bei KiKA trägt Thomas Miles unter redaktioneller Mitarbeit von Marko Thielemann.